First 100 Days

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First 100 Days · Modul 2 · Kapitel 6
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Modul 2 · Kapitel 6 · Seite 6.3

Feedback gilt in beide Richtungen.

Führung ist kein Einbahnstraßenverkehr. Du gibst Orientierung, Klarheit, Rückmeldung – aber du brauchst selbst auch Resonanz, um wirksam zu bleiben. Feedback ist der ehrlichste Spiegel deiner Führung. Wer sich Feedback holt, zeigt nicht Schwäche – sondern Führungsstärke.

Einheit starten → ≈ 8 Min. lesen · Feedback-Fragenset · Selbstcheck
Kapitel 6 · Klarheit schaffen

„Ja, aber das war gar nicht so gemeint …“ – mit diesem Satz baust du Mauern statt Brücken.

Dein Team ist nicht dein Kritiker. Es ist dein Entwicklungspartner.

Was du danach kannst

Deine Lernziele

Nach dieser Einheit kannst du:

Kernidee & Hintergrund

Nicht die Absicht zählt – sondern die Wirkung

In der systemischen Führung gilt: Nicht die Absicht zählt, sondern die Wirkung. Du meinst es vielleicht gut und denkst, du handelst klar – entscheidend ist aber, wie es ankommt. Feedback ist der ehrlichste Spiegel deiner Führung. Und den brauchst du, weil ein Teil deiner Wirkung für dich unsichtbar ist.

Das Johari-Fenster Mir bekannt Mir unbekannt Anderen bekannt Anderen unbekannt Öffentlich bekannt bei dir & anderen Blinder Fleck andere sehen es – du nicht → hier hilft nur Feedback Verborgen nur du weißt es Unbekannt noch niemandem klar
Das Johari-Fenster (Luft & Ingham). Deinen blinden Fleck öffnet nur ehrliches Feedback.

Deshalb ist aktives Nachfragen ein Stärke-Signal: Untersuchungen zeigen, dass Führungskräfte, die aktiv um Feedback bitten, als deutlich reflektierter, offener und wirksamer erlebt werden – gerade von jungen Teams ist das ein Zeichen für echte Augenhöhe. Dein Team ist nicht dein Kritiker – es ist dein Entwicklungspartner.

„Feedback ist kein Risiko – sondern eine Abkürzung zu besserer Wirkung. Wer fragt, führt.“
Merksatz für Kapitel 6
Feedback einfordern Augenhöhe Gegenseitige Erwartungen Resonanz nutzen Führung lernen
Die Quellen dahinter – kurz und nachprüfbar

Diese Seite kommt ohne Namen und Jahreszahlen aus. Wer nachsehen will, findet hier, worauf sich die Aussagen stützen.

  • Wer um Feedback bittet, wirkt wirksamer: Zenger & Folkman, Harvard Business Review. Führungskräfte, die aktiv nachfragen, werden als reflektierter und offener erlebt.
Praxis & Umsetzung

So holst du ehrliches Feedback ein

Feedback kommt selten von allein – du musst es einladen. Drei Bausteine dafür.

1

Stell eine offene Feedbackfrage

Frag nach Wahrnehmung, nicht nach Lob – am besten in einem entspannten Alltagsmoment (nach dem Meeting, beim Schichtübergang). Je entspannter der Moment, desto ehrlicher die Rückmeldung.

Deine offene Feedbackfrage – und wann du sie stellst:
✓ Gespeichert
Weitere: „Gibt es etwas, das ich verbessern kann?“ · „Gab es einen Punkt, den ich besser erklären könnte?“
2

Reagiere souverän

Der Moment der Wahrheit ist deine Reaktion. Zuhören, atmen – und annehmen. (Das ist das Zuhören ohne Verteidigung aus 4.1, diesmal über dich selbst.)

Nicht: „Ja, aber …“ · „Das war gar nicht so gemeint …“
Dein souveräner Satz, wenn Feedback kommt:
✓ Gespeichert
3

Mach sichtbar, dass du's ernst nimmst

Feedback, das folgenlos bleibt, versiegt. Setz etwas um – und sag es. Auch kleine Schritte zählen.

Eine Sache, die du aufgrund von Feedback änderst – und wie du es zurückmeldest:
✓ Gespeichert
Fragenset · zum Ausdrucken

Für jede Situation die passende Frage: nach dem Briefing, im operativen Alltag, nach Stress oder Konflikt, nach unbeliebten Entscheidungen und im 1:1. Das komplette Feedback-Fragenset für die Hotellerie als Sammlung:

↓ Feedback-Fragenset Hotellerie (PDF)
★

Diese Woche

Warum ist das wichtig?

Weil du Führung im Kontakt entwickelst, nicht im Kopf

Deine Führungskraft entwickelst du nicht allein im stillen Kämmerlein, sondern im Kontakt mit deinem Team. Wer Feedback einholt und souverän damit umgeht, baut Brücken statt Mauern – und wird als reflektiert und verlässlich erlebt. Feedback ist kein Risiko, sondern eine Abkürzung zu besserer Wirkung. Und die schönste Nebenwirkung: Ein Team, das gefragt wird, fühlt sich ernst genommen – und zieht mit.

Selbstcheck

Hast du's verankert?

Vier kurze Fragen. Klick auf deine Antwort – du bekommst sofort die Auflösung.

Das nimmst du mit
„Feedback ist kein Risiko – sondern eine Abkürzung zu besserer Wirkung. Wer fragt, führt.“
Deine Umsetzungsaufgabe

Drei Schritte für diese Woche

  1. Hol dir aktiv Feedback: Stell einer Person oder deinem Team eine offene Frage nach deiner Wirkung.
  2. Reagiere souverän: zuhören, atmen, „Danke, das nehme ich mit“ – ohne dich zu verteidigen.
  3. Handle sichtbar: Setz eine Sache um und melde es zurück – so wird aus Feedback echte Entwicklung.
Kapitel 6 abgeschlossen

Damit schließt sich Kapitel 6 „Klarheit schaffen“: In 6.1 hast du Erwartungen geklärt, in 6.2 mutig entschieden – und hier holst du dir die Resonanz, die dich weiterbringt. Ein schöner Bogen: Modul 2 begann mit dem Zuhören (4.1) – und endet damit, dass du zuhörst, was über dich gesagt wird.

Modul 2 „Orientierung geben“ ist damit komplett. Als Nächstes wartet Modul 3 – die letzten Schritte deiner ersten 100 Tage.
Modul 2 · abgeschlossen
Modul 1 ✓ Modul 2 ✓ Modul 3

Sechzig Tage. Zwei Drittel. Du bist wirksam – jetzt wird es tragfähig.

In Modul 2 ist Führung sichtbar geworden: durch Zuhören und klare Sprache (Kapitel 4), durch die Haltung, die du ausstrahlst und die dein Team an dir abliest (Kapitel 5), und durch Erwartungen, Entscheidungen und Feedback (Kapitel 6).

Das ist der Punkt, an dem viele glauben, sie hätten es geschafft. Sie können jetzt kommunizieren, entscheiden, Feedback geben. Und genau hier fangen sie an, sich aufzureiben – weil sie all das aus eigener Kraft stemmen, jeden Tag neu. Gute Führung, die nur funktioniert, solange du persönlich anwesend bist, ist noch keine gute Führung.

Erst wirken. Dann tragen.